Rauchen fordert laut Weltgesundheitsbehörde 3,5 Millionen Tote im Jahr. Das sind 10.000 Tote täglich! Die Prognose ist erschreckend: Sollten die Rauchentwöhnungsmethoden nicht anschlagen, so werden im Jahr 2020 mehr Menschen an den Folgen des Rauchens sterben als an HIV, Tuberkulose, Autounfällen, Muttersterblichkeit, Selbstmord und Mord zusammen. Je früher man mit dem Rauchen aufhört, desto besser. Raucher, die vor dem 50. Lebensjahr nicht mehr zur Zigarette greifen, reduzieren in den kommenden 15 Jahren ihr Risiko, an den Folgen des Rauchens zu erkranken, um 50 Prozent!
Verhaltensmodifikationen bei der Rauchentwöhnung zielen darauf ab, erlernte Verhaltensweisen wieder zu verlernen. Soll eine Rauchentwöhnung erfolgreich sein, so sollte neben der erforderlichen Motivation des Rauchers auch auf die drei Hauptfaktoren für die Aufrechterhaltung des Rauchens Einfluss genommen werden:
• Gewohnheitsfaktor
• Kompensationsfaktor und
• Nikotin
Gewohnheitsfaktor
Hier geht es darum, bestimmte Situationen vom Rauchen zu entkoppeln. Zu diesem Zweck ist es sinnvoll, am Beginn der Entwöhnung ein Raucherprotokoll anzulegen. Sinn ist es, dem Raucher zu zeigen, in welchen Situationen er zur Zigarette greift. Durch das Bewusstmachen der Rauchersituationen ist es dann möglich, allmählich das Rauchen von der Situation zu trennen.
Tipp: Schreiben Sie auf:
• wann Sie eine Zigaretten rauchen (Uhrzeit)
• wie wichtig diese Zigarette für Sie ist
• wo Sie die Zigarette rauchen
• welche Personen anwesend sind und
• in welcher Stimmung Sie sich zu diesem Zeitpunkt befinden.
Mit so einem Protokoll erfahren Sie Ihre persönlichen Rauchergewohnheiten. Sie werden bemerken, dass es gewisse Zigaretten gibt, die Sie immer zum gleichen Zeitpunkt oder in der gleichen Stimmung oder am gleichen Ort rauchen. Versuchen Sie das Rauchen an bestimmten Orten, zu bestimmten Zeitpunkten oder in bestimmten Situationen zu unterlassen. Klammern Sie nicht alles auf einmal aus. Eines nach dem anderen ist schwierig genug.
Kompensationsfaktor
Durch neue Verhaltensweisen sowie durch das Festsetzen von Belohnungen für erreichte Ziele sollte man versuchen, den Kompensationsfaktor zu bewältigen.
Nikotinersatzstoffe
Oft scheitert der Versuch mit dem Rauchen aufzuhören an den häufig unterschätzten Entzugserscheinungen. Denn mit dem Rauchen aufzuhören heißt nicht nur mit der Gewohnheit zu brechen, sondern auch dem Körper das Nikotin zu entziehen. Hier können Nikotinersatzmittel helfen. Die Mittel versorgen den Körper auch nach dem Aufhören mit Nikotin. Der Nikotinspiegel im Körper bleibt erhöht und Entzugssymptome werden gelindert.
Folgende Präparate sind derzeit in Österreich zugelassen: Nikotinpflaster, Nikotinkaugummis, Inhalator, Tabletten und Nasensprays.
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Weitere Tipps zur Entwöhnung
• Wenn Sie aufhören, werden Sie bemerken, dass es Ihnen schwer fällt, keine Zigaretten mehr im Haus zu haben. Viele "neue" Nichtraucher bewahren nach wie vor Zigaretten in ihrer Wohnung, am Arbeitsplatz oder im Auto auf - als Sicherheit sozusagen. Wenn Sie auch zu dieser Gruppe gehören, dann legen Sie die Zigaretten an einen Ort, der nicht so leicht zugänglich ist. Der Sinn ist folgender: Auf dem mühsamen Weg, die Zigarette zu bekommen, überlegen Sie es sich vielleicht noch ein Mal
• Legen Sie das Geld, dass Sie täglich für Zigaretten ausgegeben haben, zur Seite. Verwenden Sie es nicht. Setzen Sie einen Zeitpunk in nicht all zu naher Zukunft fest, an dem Sie sich etwas mit dem Geld gönnen. Sie werden erstaunt sein, wie schnell sich eine nicht unerhebliche Summe ansammelt.
• Teilen Sie Ihren Entschluss, mit dem Rauchen aufzuhören, so vielen Personen in Ihrer Umgebung wie möglich mit. Besprechen Sie Ihren Schritt vor allem mit Ihren nächsten Angehörigen. Falls Ihr Partner auch raucht, versuchen Sie ihn davon zu überzeugen, mit Ihnen zusammen aufzuhören. Falls Sie in einem Umfeld arbeiten, in dem geraucht wird, versuchen Sie andere für Ihren Entschluss zu gewinnen. Bilden Sie eine Anti-Raucher-Gemeinschaft. Ein gemeinschaftliches Aufhören kann vieles erleichtern.
Quelle: www.netdoktor.at