Das Thema "Essstörungen" hat vor allem in den letzen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. In den Medien wird immer öfter davon berichtet und in Österreich leiden bereits 5 - 10 % der Frauen und Mädchen daran. Essstörungen treten überwiegend in den westlichen Industrieländern auf, die unter anderem durch starke Konsumorientierung und durch Nahrungsüberfluss gekennzeichnet sind.
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Heute unterscheidet man zwischen verschiedenen Formen von Essstörungen :
Magersucht (Anorexie), Ess-Brechsucht (Bulimie) und Fettleibigkeit (Adipositas).
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Magersucht (Anorexie)
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Magersucht ist eine Essstörung, an der besonders junge Mädchen und Frauen im Alter von 12 - 25 leiden. Männer sind nur zu 5 % betroffen.
Mögliche Auslöser :
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Verbreitung eines völlig unnatürlichen "Idealbildes" von Frauen und vermehrt auch von Männern, durch die Medien
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Eltern fehlt die Zeit für ihre Kinder, zuwenig Aufmerksamkeit
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Druck von Seite der Eltern aus (Schule, Sport)
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Perfektionismus und Konkurrenzdenken
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Beziehung: Tochter - Mutter (Mütter, die selbst mit Gewichtsproblemen kämpfen oder Mütter, die "zu viel" von ihren Töchtern erwarten.)
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Mangel an Selbstbewusstsein
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Fettleibigkeit und Essstörungen in der Familie
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Ungesunde Ernährung im Familienkreis
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Drogenmissbrauch in der Familie
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Angst vor dem Erwachsenwerden und Frau-Sein
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Angst vor Übergewicht
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Oftmals beginnt die Magersucht mit einer harmlosen Diät.
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Trotz starker Gewichtsabnahme fühlen sich Betroffene immer noch zu dick, vermeiden kalorienreiche Nahrung und treiben regelmäßig Sport, oft exzessiven Sport. Sie haben panische Angst vor der Gewichtszunahme, sind depressiv und leben in sozialer Isolation.
Neben strenger Diät und sportlicher Betätigung verwenden viele Magersüchtige zusätzlich Appetitzügler und Abführmittel, um abzunehmen. Oft magern sie auf 45 % ihres Gewichts ab. Die durch die Mangelernährung entstehenden körperlichen Schäden sind gravierend :
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Ausfall der Monatsblutung durch Hormonstörung
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Haarausfall
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Wachstumshemmung
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flaumartige Behaarung im Gesicht und am Rücken
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trockene Haut, brüchige Nägel
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Darmträgheit und Verstopfung
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Blauverfärbung der Hände, Kältegefühl (Eisenmangel!)
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Herzstörungen (langfristig)
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Nierenschäden (langfristig)
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Osteoporose (langfristig)
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Die Krankheit hat sowohl körperliche als auch seelische Symptome:
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negative Auswirkung auf die Lebensqualität der Betroffenen
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Unfähigkeit, Beziehungen und Freundschaften einzugehen
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noch weiter sinkendes Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein
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unkontrollierbare Stimmungsschwankungen
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Entschließt sich eine Betroffene oder ein Betroffener zu einer Behandlung, sollte nicht nur ein Arzt, sondern auch ein Psychologe herangezogen werden.
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Kennzeichen der Magersucht (Anorexie)
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- strenges Fasten oder Diätverhalten
- viele Ausreden, um ja nichts essen zu müssen
- starker Bewegungsdrang
- Gewichtsverlust
- Störung der Wahrnehmung des eigenen Körpers - die Betroffenen fühlen sich immer zu dick
- Magersüchtigen fehlt die Einsicht krank zu sein
- psychische Veränderungen - depressive Stimmungen; panische Angst vor Gewichtszunahme
- körperliche Veränderungen - Absinken der Körpertemperatur, Haarausfall, verschiedene Mangelerscheinungen
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Ess-Brechsucht ( Bulimie )
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Die Ess-Brechsucht ist eine Essstörung mit wiederholten Essanfällen. Diese Anfälle, die besonders abends oder nachts auftreten, sind von einem Gefühl begleitet, die Nahrungsaufnahme nicht mehr unter Kontrolle zu haben. Charakteristisch sind hastiges, anfallartiges Verschlingen von großen Mengen kalorienreicher Nahrung und der anschließender Versuch, eine Gewichtszunahme zu verhindern.
Dies geschieht meist durch Fasten über mehrere Tage oder durch sofortiges, selbst herbeigeführtes Erbrechen. Anfangs wird das Erbrechen mit der Hand ausgelöst, später ist es meist wie ein Reflex.
Die Bulimie tritt verstärkt bei Mädchen und jungen Frauen im Alter zwischen 15 und 30 Jahren auf. Im Leben der betroffenen Frauen dreht sich alles nur mehr um Essen, ihre Figur und ihr Gewicht.
Die Angst zuzunehmen ist sehr groß, wobei das Körpergewicht der Betroffenen als normal zu bezeichnen ist. Sie empfinden sich meist als hässlich und fühlen sich in ihrem eigenen Körper nicht wohl.
Im Gegensatz zu Magersüchtigen löst ihr Essverhalten nicht das Gefühl aus, sich stark und selbstbeherrscht zu fühlen. Im Gegenteil: Sie haben das Gefühl im Leben versagt zu haben und gleichermaßen die Kontrolle über sich selbst verloren zu haben. Von außen her erscheinen Bulimikerinnen oft normal, attraktiv, erfolgreich und gesund.
Das häufige Erbrechen führt zu einem Mangel an lebenswichtigen Salzen (vor allem Kalium) und dies wiederum kann lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen zur Folge haben.
Weitere, durch häufiges Erbrechen entstehende körperliche Schäden:
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Zahnschäden
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Vergrößerung der Speicheldrüse ("mumpsartiges" Aussehen)
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Magen- und Darmstörungen, Magenentzündung (Gastritis)
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Reizung der Schleimhaut der Speiseröhre und des Magens; schmerzhafte Blutungen oder Narben können entstehen
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Auch hier dürfen die seelischen Belastungen der Betroffenen nicht vergessen werden!
In der Regel benötigen Bulimie - PatientInnen therapeutische Hilfe (Verhaltens- bzw. Familientherapie), die sowohl ambulant als auch stationär erfolgen kann. Auch Selbsthilfegruppen können hilfreich sein. Tagebücher, in denen Erbrechen, Essanfälle und Diätverhalten registriert werden, können helfen, sich der Essstörung bewusst zu werden und Ernährungsanleitungen können unterstützen.
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Kennzeichen der Ess-Brechsucht (Bulimie)
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- Heißhungerattacken, bei denen eine Unmenge an Essen verschlungen wird
- anschließendes Erbrechen
- Angst vor Gewichtszunahme
- schwankendes Körpergewicht, da Fressanfälle und Diäten wechseln
- Verheimlichen der Krankheit
- schlechte Zähne und Verätzungen der Speiseröhre
- finanzielle Probleme, da enorm viel Geld für Lebensmittel ausgegeben wird
- Stimmungslabilität
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| Fettleibigkeit (Adipositas) |
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Als Fettleibigkeit wird eine übermäßige Ansammlung von Fettgewebe im Körper bezeichnet, wobei das Normalgewicht um 20 - 30 % überschritten wird. Sie entsteht, wenn die Energiezufuhr (vor allem durch fettreiche Ernährung) den Energieverbrauch übersteigt.
Betroffene verschlingen alles, schnell, gründlich, mit schlechtem Gewissen und es bleibt immer ein Gefühl zurück, dass es nicht genug war. Der "Hunger" bleibt, da ihr eigentlicher Hunger nicht mit Nahrungsmitteln zu stillen ist. Darum ist es auch so wichtig, die subjektive Befindlichkeit der Betroffenen mit einzubeziehen, wenn es um die Heilung der Krankheit geht.
Essen ist für Esssüchtige eine quälende und schuldbeladene Handlung. Im Leben von Betroffenen dreht sich alles um Essen und Nicht-Essen. Für Außenstehende erscheinen sie zurückhaltend und diätbewusst, jedoch wenden sie alle möglichen Tricks an, sich zu beherrschen oder sich vom Essen abzulenken.
Wodurch wird Fettleibigkeit ausgelöst?
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Erbanlage (genetische Disposition)
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Ernährung, Lebensweise und mangelnde körperliche Betätigung
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seelische Faktoren: Stress, Einsamkeit, Depression und Frustration mit Essen als Belohnung
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Die komplexen Ursachen der Fettleibigkeit haben persönliche, gesellschaftliche, soziokulturelle, biologische und genetische Faktoren. Die Adipositas selbst ist ein Auslöser von vielen ernährungsbedingten Erkrankungen und kann zur erhöhten Sterblichkeit führen.
Übergewicht und Fettleibigkeit führen zu einer Reihe von Beschwerden:
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Lunge: Atemnot und Kurzatmigkeit
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Kreuzschmerzen und Kniebeschwerden, da die Gelenke durch das Gewicht überbelastet werden und sich somit schneller abnutzen.
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Minderwertigkeitskomplexe und mangelndes Selbstwertgefühl
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Möglichen Erkrankungen: Herzinfarkt, Schlaganfall, Arterienverkalkung, erhöhter Blutdruck, Gicht, Gallensteine, Krebskrankheiten, Beinvenen - Thrombose, Zuckererkrankung, Depression
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Die Behandlung der Fettleibigkeit bedeutet eine lebenslange Umstellung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten. Der Patient muss aktiv an sich arbeiten und akzeptieren, dass er ein Gewichtsproblem hat.
Grundpfeiler der Therapie:
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Diätberatung ( Reduktions- und Trennkostdiät )
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fettreduzierte, kalorienarme Ernährung
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Verhaltenstherapie
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regelmäßige Bewegung
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Die Grenze zwischen "normalem" und "gestörtem" Essverhalten ist fast unsichtbar und kann nicht immer exakt bestimmt werden. Die Tücke liegt im schleichenden Übergang! Daher sollte man aufmerksam gegenüber Veränderungen sich selbst und anderen gegenüber sein.
Quellen: www.netdoktor.at
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Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am: 07.07.2004
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